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2009 – Ein Jahresrückblick

Langsam aber sicher neigen sich die 00er Jahre dem Ende zu, Grund genug, sich in den Reigen der Jahresrückblicke einzuordnen und sich das vergangene Jahr noch mal durch den Kopf gehen zu lassen. Was hat mich bewegt, beeindruckt? Wie hat sich mein Hobby Fotografie entwickelt?

Ein großes Thema dieses Jahr war die Straßenfotografie. Angefangen hat es schon Ende 2008, Bildbände von HCB oder Robert Frank ließen meine Begeisterung für diese Art der Fotografie ins Unermessliche steigen. Die Euphorie hält bis heute an, wenn auch etwas abgeschwächt. Die Anschaffung der Leica M8 und der analogen Bessa war daher eine logische Konsequenz. Gerade die Leica hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten mit etwas Übung als ideales Werkzeug entpuppt, nicht nur für die Straßenfotografie, und wurde trotz aller Einschränkungen meine meistbenutzte Kamera. Jedoch entwickelte sich das Thema langsam zum Problem: Ich war dermaßen vom Ziel, ein richtig gutes Street Foto zu schießen, “belegt”, dass sich nach einigen Monaten Frustration einstellte. Die Ansprüche an die eigenen Bilder waren zu hoch, die Vorbilder schienen unerreichbar, alle andere Arten der Fotografie wirkten sinnlos. Rückblickend muss ich jedoch feststellen, dass ich eigentlich schon stolz auf mich sein kann, es gibt da ein paar Bilder die mich bei jeder Betrachtung immer wieder sehr freuen, die ich persönlich sehr gelungen finde. Und deshalb betreibt man doch ein Hobby: Aus Spaß an der Freude.

Also musste sich was ändern. Ein Umdenken. Raus aus der Sackgasse. Hat mich anfangs sehr viel Überwindung gekostet. Einfach rausgehen und fotografieren. Ohne Plan, ohne Ziele und selbst gesetzte Vorgaben. Fotos ohne Menschen drauf. Und was soll ich sagen? Es hat nach und nach geklappt! In den letzten Monaten hab ich das planlose “Rumknipsen” wieder sehr zu schätzen gelernt. Es gibt noch so viel mehr als S/W Straßenfotografie. Derzeit genieße ich die Landschaftsfotografie sehr, ich finde es sehr toll, auch ohne Menschen gewisse Gefühle transportieren zu können. Um mich ein wenig selbst zu motivieren, wurde meine SLR-Ausrüstung ein wenig aktualisiert, und ja, ich genieße die Flexibilität der 5D mit Zoom-Objektiv. Außerdem benötige ich sie für spätere Projekte.

Ein wahrer Höhepunkt dieses Jahres war meine bzw. unsere erste Ausstellung im Rahmen der Black & White Party Anfang September. Die Organisation zusammen mit Robert war an sich schon sehr schön, es klappte alles reibungslos. Und die Party war ein Traum! Nette Leute, sehr gute Stimmung, passende Location. Für mich am wertvollsten war jedoch, direkte Rückmeldung auf die ausgestellten Bilder zu bekommen. Und natürlich, positives Feedback qualifizierter Leute bringt sehr viel Ansporn. Der eigentliche Grund für die Party war an sich schon toll: Durch Zufall konnte ich ein Bild verkaufen, welches bald das Cover eines Kriminalromans schmückt, das verdiente Geld wurde 1:1 in Bier gewandelt.

Ein weiterer, für mich persönlich entscheidender Punkt war das Durchziehen eines ersten eigenen Fotoprojekts, von der Idee zur konkreten Planung bis hin zur Ausführung. Auch wenn das Ergebnis etwas anders ausfiel als ursprünglich angedacht, das eigentliche Konzept ging ganz gut auf. Am wichtigsten jedoch ist, dass ich dabei viel gelernt habe. Zum Beispiel (und das sind beschämend einfache Erkenntnisse), dass perfekte Vorbereitung sehr wichtig ist oder dass es auf Details ankommt und man Bilder sofort an der Kamera kontrollieren sollte. Weitere Projekte werden demnächst gestartet, viele Ideen schwirren mir im Kopf.

URBEX, urban exploration, hat mir dieses Jahr auch sehr viel Spaß bereitet. Ich konnte meine Schwäche für Verlassenes so richtig ausleben. Durch gute Kontakte in die Geocaching-Szene wurden einige sehr interessante Locations ausfindig gemacht. Am meisten beeindruckt hat mich jedoch das Hotel Geiger in Berchtesgaden, auch nach fünf Besuchen ist noch nicht jeder Winkel erforscht. Es ist schon ein besonderes Erlebnis, alleine durch dieses altehrwürdige Gebäude zu schleichen, die Geräusche und Gerüche wahr zu nehmen, und sich vorzustellen, wie es noch vor wenigen Jahren ausgesehen haben könnte.

Alles in allem kann ich, zumindest was das Hobby Fotografie angeht, mit dem vergangenen Jahr sehr zufrieden sein. Sehr wichtig ist mir persönlich, dass eine gewisse Entwicklung stattgefunden hat. Hoffen wir, dass das kommende Jahr ähnlich gut verläuft und ich die nötige Energie für weitere Fortschritte aufbringen kann.

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Posted by johannes on 23. Dezember 2009

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