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Drei Wochen mit der M9 – Ein Zwischenfazit

Typisch Leica: Ein bewährtes und gutes Konzept wird nicht über den Haufen geworfen und radikal erneuert sondern behutsam modernisiert. Evolution statt Revolution. So sind die Unterschiede zwischen M9 und M8 eher marginal. Rein vom “Feeling” her beim fotografieren ist es die selbe Kamera. Doch ein paar Unterschiede fallen trotzdem auf:

  • Das Auslösegeräusch klingt deutlich besser als das der M8, da viel leiser und auch weicher. Also nicht mehr nach Kochlöffel auf Blechdose schlagen… Das Geräusch beim Aufziehen des Verschlusses ist dagegen gleich geblieben.
  • Rauschverhalten: Deutlich besser als bei der M8, jedoch kein Vergleich zur 5D MkII. ISO 1250 geht gut, sieht sogar meiner Meinung nach etwas besser aus als ISO 640 bei der M8, ISO 2500 ist jedoch schon ziemlich schmerzhaft.
  • Natürlich spürt man die zusätzlichen 8 Megapixel (auch bei der Dateigröße..).
  • Toll ist der neue ISO Button. Mich wundert es immer noch dass die Auswahl eines ISO Wertes bei der M8 so dermaßen umständlich umgesetzt wurde. Noch besser wäre natürlich ein (Hardware-)Drehrädchen, so wie zum Beispiel bei der Canon G10.
  • Auch wenn das kleine Statusdisplay für Batterie und Speicherkapazität bei der M8 ziemlich cool ist, vermisse ich es nicht, da die Anzeige über den Info-Button bei der M9 sehr viel genauer ist und deutlich mehr Informationen zeigt.
  • Der Ein/Aus-Schalter lässt sich deutlich schwerer bewegen, ein unabsichtliches betätigen wird damit verhindert.

Die Beschaffung der Kamera war etwas mühsam. Da die Nachfrage immer noch sehr groß ist und Leica nur begrenzte Produktionskapazitäten hat, erntete ich beim Abtelefonieren  von Leica Händlern in der Umgebung meist nur ein müdes Lächeln. Von ewig langen Wartelisten und einer Lieferzeit von bis zu sechs Monaten war die Rede. Letztendlich wurde ich beim ca. 15. Geschäft auf der Liste fündig: Ein netter Leica-Händler aus Salzburg hatte zufällig eine M9 verfügbar, da seiner Aussage nach ein potentieller Käufer abgesprungen war. So fuhr ich am nächsten Tag nach Salzburg… :)

Zwar wollte ich diesmal eine schwarze M, wäre aber auch mit einer grauen zufrieden gewesen. Bei der aktuellen Liefersituation ist die verfügbare Farbvariante reine Glückssache. Sie sieht mit dem schwarzen Lack nicht schlecht aus, kommt allerdings meinem Geschmack nach optisch nicht an die silberne M8 ran.

Übrigens konnte ich meine M9 schon erfolgreich personalisieren: Sie fiel mir aus 5cm Höhe auf die Kante eines Glastisches und hat jetzt ein paar kleine aber schmerzhafte Kratzer. Dumm gelaufen. Normalerweise passe ich auf meine Geräte sehr gut auf, so etwas ist mir noch nie passiert! Mich tröstet jedoch der Gedanke, dass die Kamera (eigentlich) nur ein Werkzeug ist und man ihr die nächsten Jahre mit häufiger Nutzung irgendwann sowieso ansehen wird.

Insgesamt bin ich bisher mit der Kamera sehr zufrieden. Da Leica mit der M9 alle negativen Punkte der M8 ausgemerzt hat, hab ich das Gefühl, am Ziel angekommen zu sein und meine Kamera für die nächsten Jahre gefunden zu haben. Leica-Genuss ohne faden Beigeschmack.

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Posted by johannes on 19. Juli 2010

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