People Pictures with Impact and Emotion

Nun habe ich mich vor ein paar Wochen dazu entschieden, erneut einen Fotokurs bei The Compelling Image zu buchen. Ich hatte bereits letztes Jahr einen Kurs (“Finding your photo style”) absolviert und war davon ziemlich begeistert. Jeder Kurs dauert vier Wochen, einmal pro Woche bekommt man theoretisches Wissen mit vielen Bildbeispielen geliefert und muss in Bezug darauf eine “Hausaufgabe” abgeben, die dann vom Lehrer rezensiert wird. Dieses Feedback, in meinem Fall erneut vom Profifotografen David Bathgate, ist natürlich für einen Laien wie mich sehr, sehr wertvoll.

Mein derzeitiger Kurs nennt sich “People Pictures with Impact and Emotion”, es geht also um Portraits, ein Thema, das mich derzeit sehr beschäftigt und interessiert. Gestern bekam ich meine Hausaufgaben für diese Woche… Und war erst einmal ziemlich schockiert. Im Vergleich dazu waren die Aufgaben des letzten Kurses sehr allgemein gehalten und dadurch auch einfacher. David will von mir bis nächsten Mittwoch folgendes:

Jeweils 2 Bilder, …

  • auf denen das Modell formatfüllend abgebildet ist (je einmal horizontal und vertikal)
  • die einen logischen Bezug zwischen Vorder- und Hintergrund besitzen (je einmal mit viel und einmal mit wenig Schärfentiefe)
  • die durch ein Hintergrundelement ein Gefühl bzw. eine Aussage transportieren
  • auf denen durch ein grafisches Element im Hintergrund die Spannung des Bildes verstärkt wird
  • die durch geschicktes Einsetzen perspektivischer Verzeichung die Aussage des Bildes unterstützen

Und das Beste daran ist: David will, dass man dafür ein Weitwinkelobjektiv benutzt. Portraits mit Weitwinkel? Hört sich im ersten Moment komisch an! Aber wenn man sich die Bilder auf David’s Seite ansieht, merkt man schnell, dass das durchaus funktionieren kann. Nun bin ich aber gar kein Fan kurzer Brennweiten. Wenn ich das nur vorher gewusst hätte… Erste Versuche mit dem 25mm gingen ziemlich in die Hose, ich werd wohl ein 35er für die Aufgaben verwenden, ein guter Kompromiss.

Jedenfalls wird dieses Wochenende spannend und hoffentlich produktiv. Im ersten Moment war ich von der Fülle und der detaillierten Form der Aufgaben ein wenig schockiert und fühlte mich überfordert, aber jetzt, da ich ein wenig darüber nachgedacht und Ideen gesammelt habe, denke ich, dass ich sie erfüllen und ein paar gute Arbeiten abliefern kann.

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Erstes “kommerzielles” Shooting – Eine Nachkritik

Leider bin ich mit den Ergebnissen des Shootings vom letzten Donnerstag nur so medium zufrieden. Im Nachhinein betrachtet sind mir ein paar Fehler unterlaufen:

  • Da viel mehr Leute als gedacht fotografiert werden sollten, hat die Idee mit dem Tauziehen nicht so recht funktioniert, da die Leute im Vordergrund viel zu prominent und die Leute weiter hinten kaum mehr zu sehen waren. Auch der Wechsel zu anderen Blickwinkeln brachte nur wenig Besserung.
  • Vom Firmengebäude war hinter den Bäumen kaum was zu sehen. Als ich letzten Winter an dieser Stelle vorbeigelaufen bin, war das noch nicht so. Komisch, was? ;-)
  • Technische Fehler passieren einem in Stresssituationen häufiger. Um mehr Schärfentiefe zu erhalten, hätte für unten zu sehendes Bild viel stärker abgeblendet werden müssen. Warum Stresssituation? Nun, es ist für einen Laien wie mich nicht ganz alltäglich, 11 Menschen vor der Linse zu haben.
  • Ich hätte mehr Bilder machen sollen. Bei einer solchen Anzahl von Menschen ist es eher unwahrscheinlich, dass alle gleichzeitig “gut” aussehen bzw. sich überhaupt erst auf die Kamera konzentrieren. Also einfach draufhalten, kostet ja nichts.

Mit dem Ergebnis des zweiten Settings bin ich wiederum zufrieden. Hier hat eigentlich alles geklappt wie es sollte. Dumm nur, dass die Kamera noch auf f/2,8 eingestellt war, da ich davor Portraits gemacht habe. Wieder so ein Flüchtigkeitsfehler, der sich in diesem Fall jedoch verschmerzen lässt.

Nun hoffe ich, dass meine Bilder überzeugen konnten und vielleicht ein paar nette Folgeaufträge entstehen.

Entgegen meiner Ankündigung hab ich mich übrigens der Flexibilität wegen statt für die M9 für die 5D mit Zoom-Objektiv entschieden. Ja, ich weiß, ich bin ein Weichei.. ;-)

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Ein erstes “kommerzielles” Shooting

Morgen darf ich im Auftrag meiner Firma ein Grüppchen Kollegen fotografieren. Ein junges Team, es soll sehr frisch und “casual” werden. Ideen sind wie immer reichlich vorhanden, die technische Umsetzung allerdings wie so oft ein wenig unklar. Zumindest ist soweit alles organisiert, Requisiten sind besorgt, Locations gecheckt und zugänglich. Werde wohl mit meiner Standard-Combo, der M9 mit 50er Summicron, antreten und als Backup die 5D mit dem 24-70 mitnehmen. Das Shooting startet um 11.00 Uhr, leider ließ es sich nicht anders einrichten, das harte Licht macht mir ein wenig Sorgen.

Ich bin gespannt!

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Sommerabende

Ich übe mich derzeit verstärkt in Sachen Portrait. Menschen sind meiner Meinung nach das interessanteste Thema überhaupt. Im Rahmen dessen ist zusammen mit Simone eine sehr sommerliche Serie entstanden. Bin mit den Ergebnissen mehr als zufrieden! Herzlichen Dank an Simone, mein sehr hübsches und natürlich wirkendes Modell!

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365 Tage, ein Bild pro Tag, eine Kamera, ein Objektiv

Angespornt durch viele Projekte dieser Art auf anderen Fotoblogs bzw. von Flickr Kontakten würde ich mich gerne mit einem ähnlichen Projekt auf die Probe stellen: Ein ganzes Jahr lang jeden Tag ein Foto schießen (und auch uploaden), dabei nur eine Kamera und ein Objektiv benutzen. Die Wahl der Ausrüstung ist klar, das wäre die M9 mit dem Summicron 50mm. Die ideale Kamera für ein lebensbegleitendes Projekt.

Doch schaffe ich es, wirklich jeden Tag aktiv zu sein und ein gutes Foto zu produzieren? Was mach ich denn, wenn…

  • … ich mal einen schlechten Tag erwische und mich nicht aufraffen kann?
  • … mir die Ideen komplett ausgehen?
  • … ich meinen (zu?) hohen Ansprüchen nicht gerecht werden kann?
  • … im Winter die Tage wieder so kurz werden dass man vor bzw. nach der Arbeit kein Licht mehr hat?
  • … im Urlaub kein Internet verfügbar ist?

Den letzten Punkt bewerte ich als nicht so wichtig, es geht darum, jeden Tag ein Bild zu machen, es kann auch, wenns nicht anders geht, zu einem späteren Zeitpunkt hochgeladen werden.

Nun hab ich mir folgendes überlegt: Für Tage, an denen es an Licht fehlt oder ich mich nicht dazu aufraffen kann, das Haus zu verlassen, richte ich mir ein kleines Mini-Studio ein. Für ein richtiges Studio fehlt mir in meinem bescheidenen WG-Zimmer leider der nötige Platz. Wird wohl so etwas wie ein Lichtwürfel. Da kann ich dann nach Belieben basteln… Für Stoff in Form von Ideen ist schon mal für mehrere Wochen gesorgt.

Wichtig ist auch eine gute Organisation: Ideen müssen gesammelt und niedergeschrieben werden, damit man immer einen gewissen Puffer für inspirationslose Tage hat.

Sehr gerne würde ich auch gewisse Serien einbauen. Zum Beispiel dass man sich eine Woche lang nur auf die Farbe Grün konzentriert. Oder so was in die Richtung… Wär sehr gut für das fotografische Sehen und schärft den Blick für Details!

Für mich steht fest: Wenn ich so etwas anfange dann zieh ich es auch mit aller Kraft durch. Auch wenn es durchaus Zeiten gibt, in denen es einem sehr schwer fällt. Ich denke jedoch, es mit meinem Konzept schaffen zu können. Gebt mir nur noch ein wenig Bedenkzeit!

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Drei Wochen mit der M9 – Ein Zwischenfazit

Typisch Leica: Ein bewährtes und gutes Konzept wird nicht über den Haufen geworfen und radikal erneuert sondern behutsam modernisiert. Evolution statt Revolution. So sind die Unterschiede zwischen M9 und M8 eher marginal. Rein vom “Feeling” her beim fotografieren ist es die selbe Kamera. Doch ein paar Unterschiede fallen trotzdem auf:

  • Das Auslösegeräusch klingt deutlich besser als das der M8, da viel leiser und auch weicher. Also nicht mehr nach Kochlöffel auf Blechdose schlagen… Das Geräusch beim Aufziehen des Verschlusses ist dagegen gleich geblieben.
  • Rauschverhalten: Deutlich besser als bei der M8, jedoch kein Vergleich zur 5D MkII. ISO 1250 geht gut, sieht sogar meiner Meinung nach etwas besser aus als ISO 640 bei der M8, ISO 2500 ist jedoch schon ziemlich schmerzhaft.
  • Natürlich spürt man die zusätzlichen 8 Megapixel (auch bei der Dateigröße..).
  • Toll ist der neue ISO Button. Mich wundert es immer noch dass die Auswahl eines ISO Wertes bei der M8 so dermaßen umständlich umgesetzt wurde. Noch besser wäre natürlich ein (Hardware-)Drehrädchen, so wie zum Beispiel bei der Canon G10.
  • Auch wenn das kleine Statusdisplay für Batterie und Speicherkapazität bei der M8 ziemlich cool ist, vermisse ich es nicht, da die Anzeige über den Info-Button bei der M9 sehr viel genauer ist und deutlich mehr Informationen zeigt.
  • Der Ein/Aus-Schalter lässt sich deutlich schwerer bewegen, ein unabsichtliches betätigen wird damit verhindert.

Die Beschaffung der Kamera war etwas mühsam. Da die Nachfrage immer noch sehr groß ist und Leica nur begrenzte Produktionskapazitäten hat, erntete ich beim Abtelefonieren  von Leica Händlern in der Umgebung meist nur ein müdes Lächeln. Von ewig langen Wartelisten und einer Lieferzeit von bis zu sechs Monaten war die Rede. Letztendlich wurde ich beim ca. 15. Geschäft auf der Liste fündig: Ein netter Leica-Händler aus Salzburg hatte zufällig eine M9 verfügbar, da seiner Aussage nach ein potentieller Käufer abgesprungen war. So fuhr ich am nächsten Tag nach Salzburg… :)

Zwar wollte ich diesmal eine schwarze M, wäre aber auch mit einer grauen zufrieden gewesen. Bei der aktuellen Liefersituation ist die verfügbare Farbvariante reine Glückssache. Sie sieht mit dem schwarzen Lack nicht schlecht aus, kommt allerdings meinem Geschmack nach optisch nicht an die silberne M8 ran.

Übrigens konnte ich meine M9 schon erfolgreich personalisieren: Sie fiel mir aus 5cm Höhe auf die Kante eines Glastisches und hat jetzt ein paar kleine aber schmerzhafte Kratzer. Dumm gelaufen. Normalerweise passe ich auf meine Geräte sehr gut auf, so etwas ist mir noch nie passiert! Mich tröstet jedoch der Gedanke, dass die Kamera (eigentlich) nur ein Werkzeug ist und man ihr die nächsten Jahre mit häufiger Nutzung irgendwann sowieso ansehen wird.

Insgesamt bin ich bisher mit der Kamera sehr zufrieden. Da Leica mit der M9 alle negativen Punkte der M8 ausgemerzt hat, hab ich das Gefühl, am Ziel angekommen zu sein und meine Kamera für die nächsten Jahre gefunden zu haben. Leica-Genuss ohne faden Beigeschmack.

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Endlich schnurrt er wieder

Schon seit Wochen nervt mich mein Mac Pro: Plötzlich war er unglaublich langsam. Das Arbeiten in Lightroom wurde zur Qual. Es herrschte allgemeine Ratlosigkeit, auch die Experten eines einschlägigen Forums konnten mir lange nicht weiterhelfen. Was blieb war der Tipp, im System Profiler nachzusehen ob irgendwelche Auffälligkeiten vorhanden sind… Ein guter Tipp!

Des Rätsels Lösung: Nach dem (eigentlich vorsichtigen) Aussaugen der Innereien des Rechners hab ich vermutlich die Riser-Karte, auf der die 4GB zusätzlichen Arbeitsspeicher stecken, mit zu wenig Nachdruck reingesteckt. Blieben nur noch zwei. D’oh! :-D

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Lebenszeichen

Ja, mich gibts noch! Leider läuft derzeit, was die Fotografie angeht, nicht besonders viel. Zwar sind einige Projekte in Vorbereitung und warten eigentlich nur darauf, endlich angepackt zu werden, jedoch kommt immer irgendetwas dazwischen. So verbringe ich meine Tage damit, zu arbeiten, Projekte aus- und durchzudenken, von der Leica M9 zu träumen und neuerdings auch damit, bei professionellen Fotografen vorstellig zu werden. Vielleicht fällt für mich mal ein Aushilfs-Job ab bei dem man ein bissl was lernen kann. Die Reaktionen sind bisher recht positiv und freundlich.

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David Hurn/Bill Jay – On Being a Photographer

Nun hab ich ja schon viel zu viele Bücher über Fotografie gelesen, aber selten hat mich eins derart vom Hocker gehauen. Der Versuch einer kleinen Zusammenfassung der für mich wichtigsten Aussagen.

In Form eines Gesprächs bzw. Interviews sinnieren zwei ziemlich weise wirkende Herren über die Fotografie. Der Befragte, David Hurn, kann auf eine sehr erfolgreiche Karriere als Fotograf zurückblicken. Begonnen hat alles, als er im zarten Alter von zwanzig Jahren auf die Idee kam, mit einem Freund zusammen nach Ungarn zu trampen und den dort gerade stattfindenden ungarischen Volksaufstand zu dokumentieren. Seine Bilder konnten überzeugen und wurden prompt in der Life und anderen wichtigen Zeitschriften abgedruckt. Nach ein paar weiteren äußerst erfolgreichen Fotoreportagen und einem kurzen Ausflug in die Fashion-Fotografie wurde er 1967 sogar bei Magnum aufgenommen. Anfang der Siebziger gründete er eine “School of Documentary Photography”, die er bis Anfang der Neunziger leitete. Eine bemerkenswerte Karriere. Ein Mann, von dem man viel lernen kann, sollte man meinen. Über den zweiten Protagonisten, Bill Jay, erfährt man leider nur sehr wenig.

Das Buch ist in mehrere Kapitel unterteilt. Im ersten Kapitel werden erst mal grundsätzliche Begriffe definiert und erklärt, so zum Beispiel was Fotojournalismus ausmacht bzw. bedeutet. Sehr interessant finde ich, was David Hurn zum Thema dokumentarische Fotografie zu sagen hat, obwohl er sich im klaren ist, dass eine Fotografie nie rein dokumentarisch sein kann, da sie immer nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit darstellt, spricht er von einem Gefühl der Ehrlichkeit (“honesty”) gegenüber dem zu fotografierenden Subjekt: “In other words when I am taking a picture I know in my heart if I am being dishonest to the subject, if I am not being true to my instincts and feelings.”

Im zweiten Kapitel wird es schon ein wenig praxisorientierter, es geht nämlich darum, wie man ein sich ein zu fotografierendes Thema sucht und auswählt. Vorneweg eine Anmerkung von Herrn Hurn, die mir aus der Seele spricht, er meint, dass die Fotografie nur ein Werkzeug, ein Transportmittel ist, um eine Begeisterung (“passion”) für etwas auszudrücken und zu transportieren. Er unterstützt mich in meiner These, dass außergewöhnliche Bilder rauskommen, wenn man das fotografiert, das man liebt und schätzt. Viel hängt also von der Wahl des Themas ab, der Fotograf ist in erster Linie ein Themen-Auswähler (“subject-selector”). Ein praxisnaher Tipp: Immer ein Notizbuch mit sich führen und eine Liste aufstellen von Dingen/Themen, die einen wirklich interessieren und neugierig machen. Dann nach folgenden Kriterien aussortieren:

  • Ist es sichtbar (“visual”) und abbildbar?
  • Ist es machbar oder durchführbar (“practical”)?
  • Ist es ein Thema über das ich genügend weiß?
  • Ist es auch für andere interessant?

Sobald ein Thema diese Punkte erfüllt sollte man es genauer und präziser bestimmen. So führt Hurn auf, dass man beispielsweise anstatt einfach nur “Pflanzen” zu fotografieren, “Pflanzen die mit Architektur korrespondieren” oder anstatt “Portraits” eben “Cleveland’s Bildhauer in deren Werkstätten” wählen sollte. Und diese Auswahl ist essentiell! Denn es funktioniert nicht, als Fotograf durch die Gegend zu laufen und darauf zu warten, dass zufällig tolle Bildgelegenheiten aus dem Nichts auftauchen. Gute Planung ist also sehr, sehr wichtig.

Im folgenden Kapitel plaudern die beiden Herren über den Prozess des Schießen der Bilder an sich. Dabei hat Hurn auf die Frage Jays, wie man denn ein visuell interessantes Bild erstellt, eine sehr einfache Antwort: Alles hängt nur von zwei Attributen ab. Wo man steht und wann man den Auslöser drückt. Klingt furchtbar einfach, was? Bei rein statischen Motiven fällt das Timing sogar ganz weg. Außerdem sollte man, da man nie weiß, wie sich eine Situation entwickelt (“pregnant moments”), lieber das ein oder andere Bild mehr schießen, also dran zu bleiben und sich nicht mit dem Bild, von dem man denkt, dass dieses “der Schuss” ist, zufrieden geben. Eine Ansicht, die mir zu denken gibt und sich rein gar nicht mit meiner Arbeitsweise verträgt.

Das Buch hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel und stammt aus der Zeit vor der digitalen Revolution, weswegen es ein ganzes Kapitel über das Erstellen von Kontaktabzügen enthält. Somit sind die meisten Informationen hinfällig, einige Tipps, beispielsweise was die Organisation eben dieser Kontaktabzüge angeht, lassen sich jedoch auch auf den heutigen digitalen Workflow übertragen. Sobald meine Dunkelkammer eingerichtet ist werde ich mir dieses Kapitel noch mal zu Gemüte führen.

Das Erstellen eines Essays, also einer Bilderserie oder Fotoreportage, ist da schon sehr viel interessanter. Zu aller erst ist es wichtig, die Absicht bzw. Zielsetzung eines Essays zu bestimmen. Prinzipiell also auch die Verwendung. Und davon abhängig ist auch, wie viele Bilder man für eine Serie produziert. Nachdem man diese beiden Punkte geklärt hat, sollte man darauf achten, einen gewissen Rhythmus innerhalb der Serie zu schaffen, das heißt, nicht nur visuell aufregende Bilder einzubauen, sondern ein realistisches Abbild des fotografierten Themas zu liefern. Das ist natürlich auch wieder vom Thema selbst abhängig. Besonderen Wert legt Hurn wieder auf eine genaue Definition der Ziele eines Projektes, so sollte man vorab zu erreichende “Zwischenziele” innerhalb eines Projekts definieren.

Die Wahl der richtigen Kamera für verschiedene Aufgaben leuchtet ein, ist jedoch nur schwer auf heutige Umstände übertragbar, da heutzutage digitale Kleinbild-SLRs den Markt klar dominieren und digitale Mittelformat-Kameras im Gegensatz zu früheren Analogzeiten exorbitant teuer sind. Zum Schmunzeln hat mich ein längerer Absatz über die Wahl des richtigen Schuhwerks gebracht, ein Thema, das immer wieder in Foto-Ratgebern auftaucht.

Im letzten Kapitel wird mit auf die Fotografie bezogenen Mythen aufgeräumt. Ein Beispiel: Auf die Frage hin, ob der Fotograf selbst zwangsläufig auch der beste Bearbeiter bzw. Aufbereiter seiner Fotografien ist, gibt Hurn ein klares Nein als Antwort. Er begründet es unter anderem damit, dass der Fotograf mit jedem Bild Emotionen verbindet, die aber im Bild nicht oder nur selten auch zu sehen sind. Ein interessanter Ansatz und auch der Grund dafür, dass man Fotos erst mal ein paar Wochen oder Monate liegen lassen sollte, um sich “emotional davon zu lösen” und sie objektiver betrachten zu können.

Abschließend gesehen hat mir dieses nette Büchlein viele neue Ein- und Ansichten beschert, leider kann ich hier nur einen Bruchteil davon wiedergeben. Auch wenn manche Informationen schlichtweg veraltet sind, lässt sich das meiste jedoch auf die heutige Zeit übertragen. Durch die besondere Form des Interviews bzw. Gesprächs hat man beim Lesen das angenehme Gefühl, mitten drin statt nur dabei zu sein, also beim gemütlichen Kaffeekränzchen der beiden Herren fast schon teilzunehmen. Das Buch ist leider komplett auf englisch, ich fand es jedoch relativ einfach und gut verständlich.

Meine Wertung: Sehr empfehlenswert, meiner Meinung nach ein Pflichtkauf!

David Hurn/Bill Jay – On Being a Photographer, erschienen bei LensWork Publishing, 12,95 $ direkt beim Verlag (Link)

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Ansel Adams – 400 Photographs

Durchaus an Landschaftsaufnahmen interessiert wollte ich mir mal einen Überblick über das Werk einer der bekanntesten und auch besten Landschaftsfotografen in der Geschichte der Fotografie verschaffen: Ansel Adams (1902 – 1984). Vierhundert Fotografien in einem Bildband, die Anzahl erschlägt einen erst mal, doch wenn man bedenkt, dass diese Aufnahmen in einem Zeitraum von mehr als fünfzig Jahren entstanden sind, sind es plötzlich gar nicht mehr so viele.

Das Buch kommt als Hardcover daher, wirkt sauber verarbeitet und hochwertig gedruckt. Ein etwas größeres Format wäre im Hinblick auf das Thema wünschenswert gewesen. Nach einer kurzen aber sehr informativen Einleitung kommen ohne große Umschweife die spärlich betitelten Bilder, unterteilt in fünf Lebens- bzw. Schaffensphasen des Fotografen, die ebenfalls jeweils eine kleine Einleitung erhielten. Sehr gut gefällt mir, dass am Ende des Bildbandes in einer Übersicht einzelne Bilder nochmals ausführlicher beschrieben werden, mit Informationen über das Leben des Fotografen, Zitaten, ausführlichen Beschreibungen der Umgebung, aber auch technischen Dingen wie Komposition oder benutzte Kameras.

Die Bilder an sich werden, soweit ich das beurteilen kann, durchaus dem Ruf des Fotografen gerecht. Ohne große Effekthascherei schafft es Adams auf äußerst subtile Weise, die schönsten Ecken des nordamerikanischen Kontinents eindrucksvoll abzubilden. Man meint, die viele Zeit, die der Fotograf in eine perfekte Komposition gesteckt hat, förmlich zu spüren. Sehr gut gefallen mir die neben den Panoramas abgedruckten Natur-Detailaufnahmen, diese bestechen vor allem durch eine sehr abstrakte Bildgestaltung. Die wenigen Portraits und Architekturaufnahmen treffen durch ihre Schlichtheit und Klarheit ebenfalls meinen Geschmack. Erwähnenswert ist eventuell noch, dass alle Fotografien in schwarz-weiß entstanden (und natürlich auch abgedruckt) sind.

Ich denke, dass dieses Buch einen sehr guten Überblick darstellt und glaube, dass man aus den Bildern sehr viel lernen kann, gerade was die Komposition bei Landschaftsaufnahmen betrifft. Die Lust an dieser Art der Fotografie ist bei mir jedenfalls neu erwacht. Insgesamt gesehen ein sehr wertvolles Buch zu einem günstigen Preis, meine uneingeschränkte Empfehlung hat es!

Ansel Adams – 400 Photographs, erschienen im Hachette Book Group Verlag, ISBN 978-0316117722, 22,95 € bei Amazon (Link)

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